Flughafen

Flughafen Erfurt: Nur noch eine Linie ab Mitte September

Im März war man beim Flughafen Erfurt noch zuversichtlich, in diesem Jahr die Trendwende vom Absturz zum Abheben zu erreichen. Doch jetzt wird schon wieder ein Linienflug gestrichen. Air Berlin wird ab 15. September seine Verbindung Erfurt-Düsseldorf streichen. Als Grund wird genannt, was wir schon so oft gehört haben: Die Maschine sei meist gerade mal zur Hälfte ausgelastet gewesen und bei den steigenden Treibstoffpreisen kann man sich einen solchen unterausgelasteten Linienflug nicht mehr leisten. Damit verbleibt Erfurt nur noch die Linie nach München.

Dem neuen Chef des Flughafens Matthias Köhn, die Übernahme der Amtsgeschäfte soll zum Oktober erfolgen, stehen damit schwierige Zeiten bevor. Bleibt zu hoffen, dass er in Erfurt mehr Erfolg als in Kiel hat.

Bedenken bzgl. Köhn werden auch von anderen geteilt

Heute am 12.7. wird die Qualifikation von Köhn als künftiger Chef des Flughafens Erfurt auch in der TLZ (Landesspiegel) thematisiert. Leider kann man die Artikel ja nicht dauerhaft verlinken; meist sind auch nicht alle Artikel online, sondern nur die Teaser von der Titelseite. Jedenfalls scheint es nicht nur von meiner Seite Bedenken bzgl. Köhn zu geben.

In dem Artikel wird Benno Lemke, für die Linke im Landtag, mit genau meinen Bedenken zitiert. Mich würde jetzt natürlich brennend interessieren, ob ihm der Gedanke unabhängig von mir hier gekommen ist. Auf der Webseite der Linke Fraktion im Landtag habe ich jedenfalls keine entsprechende Kritik an Köhn gefunden.

Und warum zitiert Elmar Otto von der TLZ nicht mich? Ich habe mich wenigstens gleich öffentlich zu dem Thema geäußert.

Flughafen Erfurt: Mit neuem Chef am Boden bleiben

Nachdem in den letzten Tagen die Frohe Botschaft verkündet wurde, dass ein neuer Chef für den Erfurter Flughafen gefunden wurde, durfte man wohl denken: Jetzt geht es bergauf. Neue Besen und so, frische Ideen. Schliesslich hat sich der Mann in einem Bewerberfeld von 70 Kandidaten behauptet. Muss also gut sein. Und Flughafencheferfahrung hat Matthias Köhn, der künftige Geschäftsführer der Flughafen Erfurt GmbH, auch; ist er doch momentan noch Chef des Kieler Flughafens.

Doch Halt. Warum will der Mann aus Kiel weg? Dem Kieler Flughafen geht es es noch dreckiger als dem Erfurter. Die Fluggastzahlen in Kiel sind seit 2001 von über 168000 auf gerade mal 33000 in 2006 gefallen. Seit 2006 hat der Kieler Flughafen keine einzige Fluglinie mehr. Im Vergleich dazu geht es dem Flughafen Erfurt noch richtig gut. Hier sind die Flugastzahlen zwar auch gefallen, von über 500000 auf etwas über 300000 in 2007, aber es gibt wenigstens noch ein paar Fluglinen. Wenn auch das Angebot recht wechselhaft ist...

Kurzum, Köhn ist derzeit Chef von einem Flughafen, von dem einmal Pan Am und Lufthansa mit Linienflügen gestartet sind aber jetzt nur noch Sportflugzeuge starten. Er hat also schon einmal den Niedergang von Flughafen zu Sportflugplatz mitgemacht. Was ist also für Erfurt zu erwarten?

Wenigstens kann man in Erfurt in Zukunft davon ausgehen, dass die Flugzeuge, die am Boden bleiben, intensiv gewartet werden. Seit dem 8.7. gibt es ein Trainingszentrum der Lufthansa Technical Training (LTT) für Fluggerätmechaniker am Flughafen Erfurt. Tatsächlicher Flugverkehr wäre für die Ausbildung der Mechaniker sicher eher hinderlich. Ich vermute mal, die werden mit dern Bahn anreisen. Die Bahnanbindung ist deutlich besser als die vom Flughafen.

Die Flugverbindung zwischen Erfurt und Hamburg wird schon wieder eingestellt

Die Ostfriesische Lufttransport GmbH (OLT) stellt bereits Ende Juni den erst seit Februar bestehenden Flugbetrieb auf der Strecke Erfurt-Hamburg ein.

Die Ursache sei ein zu geringes Passagieraufkommen. Die Air Charter Bodensee hatte die Strecke aufgegeben als OLT ankündigte die Strecke ebenfalls bedienen zu wollen. Die Konkurrenz und Preisdruck sei zu groß. Die OLT wollte Erfurt mit Hamburg zweimal täglich von Montag bis Freitag verbinden. Zum Einsatz kam eine 19-sitzige Maschine.

Trotz aller Bemühungen ist es jedoch nicht gelungen, die Mindest-Fluggastzahl zu erreichen, die für ein wirtschaftliches Fluggeschäft nötig sei, sagte Flughafen-Geschäftsführer Wolfgang Hesse am Dienstag. OLT plane jedoch ab Sommer 2009 Urlaubs- und Wochenend-Flüge ab Erfurt anzubieten.

Mit dem ständigen Hin- und Her im Flugangebot kämpft der Flughafen Erfurt schon länger. Es sieht mit diesem Abschied nicht so aus, als ob die Flughafengeschäftsführung ihren Laden irgendwann einmal auf ein gesundes Fundament stützen könnte. Die rettende Ansiedlung einer der so genannten Billig-Airlines wird von der momentanen Geschäftsführung jedenfalls nicht forciert. Ich persönlich würde mir z.B. eine Direktverbindung nach London wünschen. Die gab es schon einmal und war verglichen mit den jetzigen Strecken eigentlich recht erfolgreich.

Flughafen Erfurt erneutes Minus

Die Passagierzahlen des Flughafens befinden sich immer noch im freien Fall.
Wurden laut ADV im Jahre 2005 noch 438.912 Passagiere abgefertigt, waren es im Jahr 2006 nur noch 356.378 Passagiere (-18,8 Prozent). Für das Jahr 2007 werden wiederum nur noch 315.769 Passagiere (-11,4) Prozent gezählt.
Da frag' ich mich doch, wieso dass so ist. Die Erreichbarkeit des Flughafens hat sich in den letzten Jahren immer weiter verbessert. Es sind ein Autobahnanschluss und eine Straßenbahnanbindung dazugekommen. Daran kann es also nicht liegen.
Der Grund für das Passagierminus liegt vielleicht eher an bescheidenen oder nicht vorhandenen Versuchen, den Flughafen bekannter zu machen. Will man als Passagier von Erfurt fliegen, bekommt man meistens die Antwort: "Ausgebucht!" oder aber die Flüge sind derart überteuert, dass sich die Fahrt nach Frankfurt oder Leipzig schon wieder lohnen.
Warum kann man dem Flughafen nicht etwas populärer, auch bei Airlines machen? Dann würden auch bei entsprechenden niedrigeren Preisen auch wieder ein paar Menschen mehr fliegen und die bereits bestehende Infrastrukur sowohl auf der Land- als auch auf der Luftseite würde nicht weiter unrentabel betrieben.

Air Charter Bodensee fürchtet die Konkurrenz und gibt die Strecke Erfurt-Hamburg auf

Gerade einmal sechs Wochen flog die Air Charter Bodensee (ACB) die Strecke von Erfurt nach Hamburg und zurück. Jetzt gibt das Unternehmen die Strecke auf. Für Mitte Februar 2008 hatte sich Anfang Dezember diesen Jahres Konkurrenz angekündigt. Die Ostfriesische Lufttransporte (OLT) will die Strecke nicht nur ebenfalls zweimal täglich bedienen sondern verlangt für das Ticket, zumindest für die erste Zeit, weniger als ein Viertel des Preises der ACB. Diesem Preisdruck kann sich die ACB nicht stellen. Aus ihrer Sicht lässt sich die Strecke bei diesen Preisen nicht mehr wirtschaftlich betreiben, schon gar nicht von zwei konkurrierenden Unternehmen.

Stattdessen wird die Air Charter Bodensee sich allein auf die Verbindung Erfurt-Köln konzentrieren. Hier gibt es keine Konkurrenz und die Passagierzahlen nehmen stetig zu -- auch wenn die Auslastung noch stark schwankt. Ab Januar soll dann auch ein neues achtsitziges Flugzeug auf der Strecke zwischen den beiden Medienstädten eingesetzt werden.