Nachdem in den letzten Tagen die Frohe Botschaft verkündet wurde, dass ein neuer Chef für den Erfurter Flughafen gefunden wurde, durfte man wohl denken: Jetzt geht es bergauf. Neue Besen und so, frische Ideen. Schliesslich hat sich der Mann in einem Bewerberfeld von 70 Kandidaten behauptet. Muss also gut sein. Und Flughafencheferfahrung hat Matthias Köhn, der künftige Geschäftsführer der Flughafen Erfurt GmbH, auch; ist er doch momentan noch Chef des Kieler Flughafens.
Doch Halt. Warum will der Mann aus Kiel weg? Dem Kieler Flughafen geht es es noch dreckiger als dem Erfurter. Die Fluggastzahlen in Kiel sind seit 2001 von über 168000 auf gerade mal 33000 in 2006 gefallen. Seit 2006 hat der Kieler Flughafen keine einzige Fluglinie mehr. Im Vergleich dazu geht es dem Flughafen Erfurt noch richtig gut. Hier sind die Flugastzahlen zwar auch gefallen, von über 500000 auf etwas über 300000 in 2007, aber es gibt wenigstens noch ein paar Fluglinen. Wenn auch das Angebot recht wechselhaft ist...
Kurzum, Köhn ist derzeit Chef von einem Flughafen, von dem einmal Pan Am und Lufthansa mit Linienflügen gestartet sind aber jetzt nur noch Sportflugzeuge starten. Er hat also schon einmal den Niedergang von Flughafen zu Sportflugplatz mitgemacht. Was ist also für Erfurt zu erwarten?
Wenigstens kann man in Erfurt in Zukunft davon ausgehen, dass die Flugzeuge, die am Boden bleiben, intensiv gewartet werden. Seit dem 8.7. gibt es ein Trainingszentrum der Lufthansa Technical Training (LTT) für Fluggerätmechaniker am Flughafen Erfurt. Tatsächlicher Flugverkehr wäre für die Ausbildung der Mechaniker sicher eher hinderlich. Ich vermute mal, die werden mit dern Bahn anreisen. Die Bahnanbindung ist deutlich besser als die vom Flughafen.
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