Am Dienstag legte der Rechnungshof Thüringen in Rudolstadt seinen Jahresbericht 2007 vor, der sich auf das Haushaltsjahr 2005 bezieht.
In dem Bericht rügt der Landesrechnungshof unter anderem auch das Verkehrsministerium für die nicht "bedarfsgerechte" Förderung des Flughafens Erfurt. Der Flughafen erhielt in der Zeit von 1999 bis 2006 für seinen Ausbau eine Summe von insgesamt 76 Mio Euro. Die Freigabe der Mittel beruhte auf dem im Jahr 1993 aufgestellten Entwicklungskonzept, dies hätte jedoch spätestens vor Förderungsbewilligung im Jahr 1999 aktualisiert werden müssen. Die Prognosem zum Passagieraufkommen, der Zahl der Beschäftigten sowie zum Linen- und Charterflugverkrehr wären überarbeitungsbedürftig gewesen.
Um die hohen Fördermittel zu rechtfertigen, wurden vom Flughafenmanagement später sogar die Passagierzahlen gefälscht.
Die gerügte Verschwendung wiegt nun aufgrund der aktuellen Äußerungen von Verkehrsminister Trautwetter um so schwerer. Andreas Trautwetter stellte die weitere Existenz des Flughafens Erfurt mit dem Verweis auf die geplante Hochgeschwindigkeitsstrecke der Bahn nach Leipzig in Frage. In 10 Jahren wird man innerhalb von 25 Minuten vom Hauptbahnhof Erfurt zum Flughafen Leipzig reisen können. Die Fahrt aus der Erfurter Innenstadt bis zum Flughafen Erfurt dauert derzeit 20 Minuten. Folglich sollte es den Fluggästen, so Trautvetters Botschaft, künftig also ziemlich egal sein, wo sie einchecken. Da Leipzig aber weit mehr Verbindungen anbietet sowie attraktivere Ziele ansteuert, könnte Erfurt viele Passagiere verlieren.
Eine Studie des Erfurter Stadtrates sieht jedoch auch das Gegenteil als möglich. Die Passagierzahlen könnte man bis zu verdreifachen. Eine Million Passagiere pro Jahr seien realistisch.
Die Frage ist nun, wer bei der künftigen Entwicklung des Flughafens Erfurt den Ton angibt. Das Land, dem 95% des Flughafens gehören, oder die Stadt Erfurt, der 5% gehören. Beide haben sich um den Flughafen bisher nicht sonderlich verdient gemacht. Wenn man von der oben erwähnten gerügten Investition absieht.
Ziel muss es sein, die vorhanden Kapazitäten schnellestens auch auszunutzen. Dies kann nur durch das Anwerben von so genannten Billigfluglinen gelingen. Insbesondere darf das Flughafenmanagement nicht außer Acht lassen, das man auch Geld ausgeben muß, um Geld zu verdienen. Sprich, eine Ansiedlungspolitik neuer Fluglinien kann nur durch vergleichweise niedrige Flughafengebüren gelingen. Erst, wenn der Flughafen als Verkehrszentrum etabliert ist, wird es möglich sein, auch eigene Preisvorstellungen durchsetzen zu können. Bis dahin könnte man sich z.B. auch dem Flughafen Frankfurt als Start- und Landeplatz der Billigfluglienen empfehlen. Die Fahrt vom Frankfurter Hauptbahnhof zum Ryanair Stützpunkt Frankfurt-Hahn dauert je nach Verbindung sogar länger als die Fahrt in die Thüringer Landeshauptstadt.
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