Unzweckmäßig, unattraktiv und enttäuschend, so präsentiert sich die Fanmeile auf dem Erfurter Bahnhofsvorplatz. Öffentliche Begeisterungsstürme für das Abschneiden der deutschen Mannschaft bei der Fußball-EM sind in Erfurt wohl nicht erwünscht. Die Fläche ist vollkommen unattraktiv und vermittelt einen abwehrenden Eindruck. Eingezäunt und mit einer schwarzen Folie verhängt, ist der Platz wenig einladend und tötet auch das geringste Interesse am Sport. Und auch für Reisende, die den Bahnhof verlassen, ist es eher bedrückend, quasi vor einer schwarzen Wand zu stehen. In einer solchen Atmosphäre kann nur schwerlich Fußballbegeisterung entstehen. Auch für die Betreiber und Mitarbeiter der Geschäfte und Kneipen im Erfurter Hof ist der Blick nach Draußen derzeit durch eine schwarze Folie verhängt. Vor dem Hintergrund dieser Aussichten dürften sich die meisten Fußballanhänger vor dem heimischen TV-Gerät versammeln. Die Wirte müssen somit für mehrere Wochen in der Hauptsaison Umsatzeinbußen hinnehmen, weil die Gäste es vorziehen, an einem behaglichen Ort einzukehren. Die Stadt Erfurt hat meines Erachtens bei den Vorgaben zur Gestaltung der Fanmeile gerade nicht im Sinne der Fans gehandelt. Bei einem solch großen Ereignis wie einer EM geht es eben auch um Weltoffenheit und das gemeinsame Feiern der Begeisterung für den Sport. Ein Zaun, der keine erkennbare Funktion erfüllt, gehört daher sicher nicht zur geeigneten Möblierung für das Public Viewing. Bleibt zu hoffen, dass in Zukunft bei weiteren sportlichen Großereignissen eine offenere Atmosphäre in der Landeshauptstadt vermittelt wird, in der die Erfurterinnen und Erfurter ihre Emotionen teilen können.

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